Jugend macht Stadt

In Hannover findet zurzeit der 10. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik unter dem Titel “ Städtische Energien- Zusammenhalt gestalten“ statt.
Im Rahmen des Kongresses wurde das Projekt Jugend.Stadt.Labor vorgestellt.
Wie sieht eine  jugendgerechte und jugendfreundliche Stadt aus? Welches Raumverständnis haben Kinder und Jugendliche? Wie finden Kinder und Jugendliche Räume, wie können sie sich diese Räume aneignen und was verbirgt sich hinter dem Begriff Do-ocracy? Diese Fragen führten Lena Hapke und Maren Fröhling als Begleiter des Jugendforums Mümmelmannsberg nach Hannover.

Wann ist eine Stadt jugendgerecht? Wenn es dort viele Spielplätze und Jugendzentren zu finden gibt? Wenn Kinder und Jugendlichen zwischen einer Vielzahl von Schulen auswählen können? Der StadtChecker kritisiert, dass nur die Anzahl dieser beispielhaften eingegrenzten Räume nicht ausreicht, um eine Stadt als jugend- oder kindergerecht zu beschreiben.
Deshalb erstellen sie einen Fragenkatalog, um einen differenzierten Blick auf Städte zu werfen. Befragte werden Jugendlichen dabei zu folgenden Themen:
– Kultur und Sport
– Freiraum
– Mitwirken
– Zusammenleben
– Mobilität

„Gibt es Orte an denen du machen kannst, was du willst?“, „Gibt es in deiner Stadt geheime Orte, an denen du unbeobachtet sein kannst?“, „Fährst du in deiner Stadt gerne Rad?“ oder „Darfst du sein wie du bist, oder guckt jemand komisch?“- Diese Fragen helfen nicht nur das Angebot einer Stadt zu untersuchen, sondern auch, ob die Kinder und Jugendlichen sich in ihrer Stadt wohl fühlen, ob sie respektiert und wertgeschätzt werden und ob sie auch Möglichkeiten sehen, ihre Stadt selbst mitzugestalten.

Von Anklam bis Esslingen über Hannover und Witten wurde 7 Jahre lang zum Thema Jugend und Stadt geforscht. Jugendliche haben dabei nicht nur Räume gesucht und aufgefunden, sondern sie auch mitgestaltet oder neu geschaffen. Ihnen wurde Verantwortung übertragen, sie haben voneinander gelernt, sich gegenseitig unterstützt und demokratische Strukturen geschaffen. Aber vor allem haben sie ein Zeichen gesetzt.

Mit zurück nach Mümmel werden viele neue Inspirationen und Ideen mitgenommen. Momentan besuchen die Jugendlichen verschiedene Urban Gardening Projekte und laden GärtnerInnen ein, um von ihnen mehr über die Arbeit in einem Garten zu erfahren. In einem nächsten Schritt können auch die Jugendlichen Orte für Gärten in Mümmel suchen und als jugendliche Stadtgestalter aktiv werden.