Ein Engel rollt durch Mümmel

Wer heute vormittag in Mümmel unterwegs war, dem könnte ein Engel begegnet sein. Gefolgt von einer Traube aus Kindern der Grundschulen Mümmelmannsberg und Rahewinkel. Der Engel rollte vom evang. luth. Gemeindezentrum über die Grundschule Mümmelmannsberg, die evangelische Kita St.Nikolaus, die Grundschule Rahewinkel und die Kita Mümmelmäuse quer durch den ganzen Stadtteil und zurück zum Gemeindezentrum.

Doch was hat es mit dem Engel auf sich?

Der Engel ist ein eisernes Rad, ein Kunstwerk, dass die Symbole der drei monotheistischen Religionen – Christentum, Islam und Judentum – in einem Kreis vereint. Der Kreis symbolisiert dabei den Globus, aber auch den Zusammenhalt zwischen den Religionen. In der Mitte des Kreises entsteht dabei ganz zufällig ein Engel; somit ist der Engel der Kulturen ein Symbol für den Frieden aller Religionen auf Erden.

Und dieser Engel rollte nun heute durch ganz Mümmel, wurde von Kindern an den unterschiedlichen Stationen mit selbstgemalten Engel der Kulturen oder Liedern über Engel begrüßt, und brachte Leute in ganz Mümmel vom Postboten über Kinder und Polizisten bis hin zu interessierten Nachbarn, die vom Balkon aus zuschauten, ins Gespräch. An jeder der Stationen wurde ein Engel aus Sand hinterlassen. An der Endtstation – dem Gemeindezentrum – wurde eine Bodenintarsie des Engels verlegt. Es ist die 98. Intarsie, die in ganz Europa verlegt wurde.  Hier waren auch der Rabbiner und die Kantorin der Liberal Jüdischen Gemeinde Hamburgs dabei, die gemeinsam mit dem Pastor der evangelischen Gemeinde und weiteren Gästen die Bodenintarsie für die nächste Stadt aus einem Stück Eisen brannten. Dieses Projekt wurde von „Demokratie leben!“ gefördert, genauso wie der interreligiöse Chor des Trimum-Projektes, der im Anschluss auftrat.

Jugend macht Stadt

In Hannover findet zurzeit der 10. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik unter dem Titel “ Städtische Energien- Zusammenhalt gestalten“ statt.
Im Rahmen des Kongresses wurde das Projekt Jugend.Stadt.Labor vorgestellt.
Wie sieht eine  jugendgerechte und jugendfreundliche Stadt aus? Welches Raumverständnis haben Kinder und Jugendliche? Wie finden Kinder und Jugendliche Räume, wie können sie sich diese Räume aneignen und was verbirgt sich hinter dem Begriff Do-ocracy? Diese Fragen führten Lena Hapke und Maren Fröhling als Begleiter des Jugendforums Mümmelmannsberg nach Hannover.

Wann ist eine Stadt jugendgerecht? Wenn es dort viele Spielplätze und Jugendzentren zu finden gibt? Wenn Kinder und Jugendlichen zwischen einer Vielzahl von Schulen auswählen können? Der StadtChecker kritisiert, dass nur die Anzahl dieser beispielhaften eingegrenzten Räume nicht ausreicht, um eine Stadt als jugend- oder kindergerecht zu beschreiben.
Deshalb erstellen sie einen Fragenkatalog, um einen differenzierten Blick auf Städte zu werfen. Befragte werden Jugendlichen dabei zu folgenden Themen:
– Kultur und Sport
– Freiraum
– Mitwirken
– Zusammenleben
– Mobilität

„Gibt es Orte an denen du machen kannst, was du willst?“, „Gibt es in deiner Stadt geheime Orte, an denen du unbeobachtet sein kannst?“, „Fährst du in deiner Stadt gerne Rad?“ oder „Darfst du sein wie du bist, oder guckt jemand komisch?“- Diese Fragen helfen nicht nur das Angebot einer Stadt zu untersuchen, sondern auch, ob die Kinder und Jugendlichen sich in ihrer Stadt wohl fühlen, ob sie respektiert und wertgeschätzt werden und ob sie auch Möglichkeiten sehen, ihre Stadt selbst mitzugestalten.

Von Anklam bis Esslingen über Hannover und Witten wurde 7 Jahre lang zum Thema Jugend und Stadt geforscht. Jugendliche haben dabei nicht nur Räume gesucht und aufgefunden, sondern sie auch mitgestaltet oder neu geschaffen. Ihnen wurde Verantwortung übertragen, sie haben voneinander gelernt, sich gegenseitig unterstützt und demokratische Strukturen geschaffen. Aber vor allem haben sie ein Zeichen gesetzt.

Mit zurück nach Mümmel werden viele neue Inspirationen und Ideen mitgenommen. Momentan besuchen die Jugendlichen verschiedene Urban Gardening Projekte und laden GärtnerInnen ein, um von ihnen mehr über die Arbeit in einem Garten zu erfahren. In einem nächsten Schritt können auch die Jugendlichen Orte für Gärten in Mümmel suchen und als jugendliche Stadtgestalter aktiv werden.

Grund zum Feiern in Mümmel

Auch dieses Jahr fand am 10. September am Skulpturenhof in Mümmelmannsberg wieder das Stadtteilfest statt. Auf dem Weg dorthin konnten die BesucherInnen schon an den zahlreichen Trödelmarktständen stöbern.
Auf dem großen Platz angekommen, wurde dann mit allerhand verschiedener kulinarischer Köstlichkeiten für das leibliche Wohl gesorgt.
Für die Kinder gab es an diesem sonnigen Tag ein vielfältiges Angebot. Sie konnten basteln, die Geschichte ihres Namens erzählen, musizieren, tanzen, reiten und dabei mit anderen Kindern in Kontakt treten.

Auf der großen Bühne gab es ein beeindruckendes musikalisches Programm. Auch das Trimum Projekt stellte ihre Lieder vor, die in einer interreligiösen Gruppe zusammen geschaffen wurden. Hier hat jede Stimme einen Platz und wird gehört: Egal welcher Herkunft oder Religion, egal ob jung oder alt.

Auch „Mümmel leben“ war wieder mit einem Informationsstand auf diesem Fest vertreten. Beim Internationalen Freundschaftsfest haben wir begonnen die Wünsche der BewohnerInnen für Mümmel zu sammeln. Diese Sammlung setzen wir dieses Mal fort und bekamen neue Inspirationen. In Mümmel fehle eine legale Wand zum Sprayen für die Jugendlichen. Außerdem stehen mehr Spielplätze- und vor allem saubere Spielplätze-, sowie neue Skateplätze auf der Wunschliste der BewohnerInnen. Eine weitere Idee für die Präsentation Mümmels nach innen und außen und zur Stärkung des Zusammenhalts ist ein Stadtteillogo.