Erst die Arbeit und dann…

Unter diesem Motto engagierten sich heute Schülerinnen und Schüler der GSM (Jahrgang 10) für den Stadtteil:

Sie zupften Unkraut in der Grundschule Rahewinkel, gruben den Garten des Mädchentreffs um und befragten Bewohnerinnen und Bewohner, in welchen Ecken des Stadtteils noch was zu tun wäre. Denn diese Aktion soll keine Eintagsfliege bleiben. Sie soll es Jugendlichen in Mümmel ermöglichen durch eigenes Anpacken etwas im Stadttteil zu erreichen.

Und wofür packten die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs heute mit an? Sie machten sich stark dafür, dass ihre Abschlussfeier, die kurz vor dem Aus stand, doch noch stattfinden kann.

Erst die Arbeit.001

Jugendforum erfragt die Außenwahrnehmung von Mümmel

Wie sehen Hamburger den Stadtteil Mümmelmannsberg, wenn sie nicht dort wohnen?
Was sind die ersten drei Wörter, die ihnen zu diesem Stadtteil einfallen? Woran denken sie, wenn sie Mümmelmannsberg hören?
Das Jugendforum Mümmel hat sich auf den Weg gemacht, diese Fragen zu beantworten. Auf der Suche nach Antworten, entdecken sie selbst neue Stadtteile und kommen mit neuen Menschen in Kontakt.

1. Station: Eimsbüttel
Gestern waren zwei Jugendliche aus dem Jugendforum in Eimsbüttel. Mit Kamera, Tafel, Stift und einer kleinen Portion Mut ausgestattet, machen sich die Jugendlichen auf den Weg. Schnell ist klar: Personen in Eile oder anderen, die gerade ihr Eis genießen möchten, kann kein Statement zu Mümmel entlockt werden. Aber an der roten Ampel, sind die wartenden Personen gerne bereit ein paar Fragen zu beantworten.
Es gibt viel zu lachen:
„Mümmel? Ich nehm die U2 in die andere Richtung.“
Die meisten der befragten Personen waren noch nie in Mümmel, sondern haben nur davon gehört. Aus diesem Grund hat teilweise auch keine Auseinandersetzung mit dem Stadtteil stattgefunden. Sie verbinden mit Mümmel eine eher schlechte Gegend oder Armut.
Aber es gibt auch eine Person, die von dem vielen Grün und den Wäldern in Mümmel schwärmt.
Mit allen Personen entsteht ein spannender Austausch und vielleicht nimmt eine von ihnen jetzt die U2 auch mal in die andere Richtung.

Die Idee dahinter:
Die Jugendlichen des Jugendforums möchten nicht nur die Außenwahrnehmung, sondern auch die Innenwahrnehmung von Mümmelmannsberg aufnehmen und dokumentieren.
Dafür befragen und fotografieren sie Personen aus ihrem Stadtteil und aus anderen Stadtteilen.
Es entsteht eine Collage mit vielen verschiedenen Ideen und Eindrücken von Mümmelmannsberg, die geprägt sind von den unterschiedlichen Menschen und ihren Geschichten.
Haben die BewohnerInnen aus Billstedt ein anderes Bild von Mümmel als die BewohnerInnen aus Eimsbüttel?

Die Jugendlichen werden es bei ihren nächsten Befragungen heraus finden.

Die ersten beiden Anträge des Jugendforums wurden bewilligt!

Auf der gestrigen Sitzung des Begeleitausschusses wurde über zwei Anträge aus dem Jugendforum abgestimmt.
Der erste Antrag wurde von Sidan (Schüler) im Namen der Streitschlichter der GSM gestellt. Die Streitschlichter wollen durch einheitliche T-Shirts und Pullover ihre Sichtbarkeit im Schulalltag verbessern. Dadurch ist in Konfliktfällen klar erkennbar, wer als Streitschlichter hinzugezogen werden kann. Außerdem soll eine stärkere Präsenz dazu führen, dass es wieder attraktiver wird sich als Streitschlichter ausbilden zu lassen, um somit auch kommenden Jahrgängen an der GSM in Konfliktfällen zur Seite stehen zu können.

Der zweite Antrag läuft unter dem Motto „Erst die Arbeit und dann…“. Er wurde von Ali (Schüler, 16) im Namen des Abschlussjahrgangs 10 der GSM gestellt. Der Jahrgang 10 möchte sich für seinen Stadtteil stark machen und im Rahmen eines Aktionstages einfache Arbeiten in sozialen Einrichtungen in Mümmel übernehmen. So wird zum Beispiel der Garten des Mädchentreffs von „Lass 1000 Steine rollen“ umgegraben, in der Grundschule Rahewinkel wird die Weitsprunggrube entkrautet und die Straßen von Mümmel werden von Müll befreit. 87 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs wollen bei der Aktion mitmachen. Im Gegenzug für dieses großartige Engagement wird die Abschlussfeier des Jahrgangs in Teilen finanziell unterstützt.

Beide Anträge wurden einstimmig angenommen und können so Wirklichkeit werden. Die Aktion „Erst die Arbeit und dann…“ soll auch in folgenden Jahren ermöglichen, dass sich Jugendliche im Stadtteil engagieren können. Hierzu suchen wir noch Einrichtungen, die kleine Aufgaben an Jugendliche abzugeben haben. Interessierte Einrichtungen können sich gerne an jugendforum(at)muemmel-leben.de wenden.

Sowohl im Aktionsfonds als auch im Topf des Jugendforums sind noch Gelder für weitere Projekte. Alle Bewohnerinnen und Bewohner, Jugendliche und Einrichtungen von Mümmelmannsberg können Anträge stellen. Bei Ideen nehmt gerne Kontakt zu uns auf.

Regionale Bildungskonferenz Billstedt, Horn, Mümmelmannsberg.

Demokratie-Bildung als Antwort auf radikale Positionen
Unter diesem Thema fand am 07. Juni 2016 die Regionale Bildungskonferenz für Billstedt, Horn und Mümmelmannsberg in der GSM Mümmelmannsberg statt.
Ausgerichtet wurde die Konferenz dieses Mal mit dem Projekt „Mümmel leben!“.
Die gut besuchte Veranstaltung begann mit einem Vortrag von Kurt Edler, dem ehemaligen Leiter des Referates Gesellschaft am Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) und Vorsitzendem der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik. Beispielsweise durch die Gegenüberstellungen von unterschiedlichen radikalen Positionen wie Rechtsextremismus und Islamismus näherte Kurt Edler sich seinem Hauptthema „Werte- und Kulturkonflikte in der Einwanderungsgesellschaft“ differenziert an. Nach einem anregenden Vortrag wurden die Erkenntnisse im Plenum in Bezug auf ihre Arbeit in den vielfältigen Institutionen diskutiert.

Nach einer stärkenden Mittagspause stellten sich die verschiedenen Projekte aus „Mümmel leben!“ vor.
Auf die Ohren: Ziel des Projekts „Interreligiöses Singen“, ist ein gemeinsames Musizieren verschiedener Kulturen und Religionen. Es soll eine neue Musik geschaffen werden. Als Kostprobe präsentierte Stephan Thieme ein Lied der Gruppe und sang es gemeinsam mit dem Plenum.

Akwaaba heißt Willkommen. Anima Awudu präsentierte ihr Elterngruppe. Gemeinsam mit anderen Müttern kann sich dort über den Schulalltag ausgetauscht werden mit dem Ziel einer guten Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus.

Es gab auch eine Vorprämiere: Das Projekt „Dialog macht Schule“ arbeitet gerade mit einer Klasse der GSM zusammen. Dabei unterstützen Dialogmentoren – Studierende mit Migrationshintergrund – die Schülerinnen und Schüler der KLasse bei ihren beruflichen Zukunftsplänen. Sie inspirieren und motivieren. Der Arbeitsprozess wurde als Film festgehalten, in dessen Genuss die Regionale Bildungskonferenz kam.
Das Jugendforum „Mümmel leben!“ stellte sich ebenfalls vor. Jugendliche haben dort die Möglichkeit aktiv in ihrem Stadtteil mitzuwirken. Sie gestalten, entscheiden, verändern.
Geplant ist ein Urban Gardening Projekt in Mümmelmannsberg und der Besuch unterschiedlicher religiöser Häuser, um Begegnung und Dialog unterschiedlicher Religionen zu fördern.

Das bunte Abendprogramm endete mit einem angeregten Austausch.

Dieter Lünse (Leiter ikm), Ali Ahmad (Sprecher Jugendforum), Satkaranjit Singh (Sprecher Jugendforum) (v.l.)

Die neuen ÖA-Materialien sind da.

Pünktlich zur Regionalen Bildungskonferenz Billstedt sind auch unsere neuen Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit eingetroffen! Fürs Jugendforum gibt es Plakate und leuchtende Postkarten, für „Mümmel leben!“ neben Plakaten und Postkarten auch Roll-Ups. Hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack..

 

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